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Tagebuch

Das Austrofred-Tagebuch

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28.01.07, 23.20 Uhr

Ein erstklassige Idee für eine Fernsehsendung ist mir heute Nachmittag gekommen, weil da habe ich mir hintereinander Bauer sucht Frau und Tausche Familie angeschaut und mir gedacht, da wäre ja die logische Fortsetzung, wenn man macht Bauer TAUSCHT Frau, weil von der ersten Bauer sucht Frau-Staffel sind viele sicher schon wieder unzufrieden mit der gefundenen Gattin - vielleicht hackelt sie nichts, vielleicht kocht sie nicht gescheit - und die wären sicher froh, wenn es da ein bisschen so einen Bazar gäbe. Nur so eine Idee.

17.01.07, 18.40 Uhr

Diese Woche bin ich in einem Interview wieder einmal gefragt worden, was ich mir denke, wenn ich mich in der Früh nach dem Aufstehen in den Spiegel schaue. Wieso diese Frage so beliebt ist, ist klar: Es gehen die Journalisten davon aus, dass direkt aus dem Bett heraus ein jeder Mensch - auch der gehobene Rockkünstler - noch ganz verpickte Augen hat und verwordagelte Haare, und sich von dem her schiach findet, beziehungsweise auch einfach schiach ist, und genau das wollen sie natürlich hören. Weil dem Journalisten geht es ja nur gut, wenn es anderen Leuten schlecht geht, er ist nur glücklich, wenn ein anderer unglücklich ist, er findet sich selber nur schön, wenn sich ein anderer schiach findet. Er braucht die Story, den Skandal. Er setzt dir ein Hirschgeweih auf und behauptet, du kokst. Im Gegensatz zum Künstler, der immer auch ein bisschen etwas Soziales im Hintergrund hat, baut er seine Karriere auf das Schlechtmachen von anderen Leuten auf.
Ich persönlich schaue aber auch in der Früh sehr gut aus, und genau das habe ich gesagt. 1:0 für den Champion.

11.01.07, 13.15 Uhr

Jetzt habe ich weder einmal einen interessanten Auftrag hereingekriegt, und zwar soll ich für das Bundesheer eine neue Version von You’re in the Army now aufnehmen, weil die letzte vom Thomas Forstner ist mittlerweile auch nicht mehr zeitgemäß, sagt der Generalfeldmarschall Breitinger, der für die Medienkulturagenden beim Bundesheer zuständig ist, außerdem ist sie auf Englisch, da verstehen viele die Message nicht. Ich werd mich also die nächsten Tage mal hinsetzen und ein bisschen was herumprobieren, damit das wirklich so fährt wie im Original. Das ist ja gar nicht so einfach. Auch in einem jeden meiner beliebten Queen-Upgrades steckt ja wochenlange Präzisionsarbeit. Weil natürlich kann man statt In the Army now auch Jetzt bist beim Bundesheer singen, so schlecht wäre das eh nicht, aber vielleicht gibt’s auch noch eine bessere Zeile, die den Rekruten noch ein bisschen mehr fährt. Und die muss ich finden. Weil genau das ist meine Kunst.
An und für sich bin ich ja gar nicht so glücklich, wenn ich da für das Bundesheer Werbung mache, weil ich selber habe ja sehr gelitten als Grundwehrdiener, wie man auch in meiner Autobiographie nachlesen kann, und täte heute sicher zum Zivildienst gehen. Aber man kann halt nicht immer nur das machen, was einem taugt, sondern man muss auch seine Frau und seine Kinder finanziell versorgen. Und nachdem ich leidergottes keine Frau und keine Kinder habe, jetzt versorge ich halt nur mich selber.
Damit übrigens nicht gleich wieder irgendwelche Verleumdungen oder Gerüchte auftauchen: Der Auftrag hat nichts damit zu tun, dass mit dem Molterer Willi - bei uns daheim nennt man ihn so, Magister sagt ja nur der Fischer zu ihm - jetzt ein Sierninger Bundeskanzler ist.

07.01.07, 18.54 Uhr

Den Ottfried Fischer hat seine alte Frau jetzt fix wieder zurückgenommen, und auch sonst ist der Weihnachtsfriede vorbei. Im Fernsehen nur Sport Sport Sport. Eh super, auch ich habe heute unserem Schlieri die Daumen gehalten, aber doch nicht den ganzen Tag. Ja, da kommt viel Arbeit zu auf den Wrabetz, der kann sich gleich warm anschnallen.
Wer mich heuer nicht besucht hat, das waren die Sternsinger. Selber schuld, geb ich mein
Geld halt zum Scientology. Weils wurscht ist.

05.01.07, 23.31 Uhr

So, jetzt habe ich mir wieder einmal ein bisschen Zeit gelassen beim Tagebuchschreiben, von dem her kann ich meinen Fans erst jetzt, quasi nachträglich, frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2007 wünschen, alles auf einmal. Aber besser ein bisschen zu spät als ganz ohne Segen vom Champ ins neue Jahr.
Wieso dass ich nichts geschrieben habe, ist leicht erklärt, weil ich war nämlich unterwegs, tourneetechnisch. Erst auf Vorarlberg-Tour, dann in Weyer und dann noch ein Wocherl silvestern am Nordpol. Und dort so einen schlechten Computer-Empfang, dass du nicht einmal E-Mails mit wichtigen Anweisungen an die Mitarbeiter schicken kannst, geschweige denn Tagebuch-Einträge. Das heißt, in Vorarlberg geht es ja noch, aber am Nordpol steht die Hütte komplett. Dafür siehst du, durch das dass du auf der Weltkugel ganz oben stehst, von überall die Feuerwerke und Silvesterkracher, das ist auch schön. Links Amerika, rechts Russland, auch die Chinesen lassen es mittlerweile ganz schön krachen, das ist schon auch ein beeindruckendes Erlebnis, ich kann es nur weiterempfehlen.
Ich war ja oben auf Einladung vom internationalen Mozart-Institut, dass ich ein bisschen einen Vortrag halte, einen gutdotierten. In Wirklichkeit habe ich rein nur aus meinem Buch vorgelesen, was aber keinem aufgefallen ist, und für dort droben war das eh schon ein Wahnsinn. Den Eskimos hats jedenfalls getaugt, die waren extrem dankbar. Weil normalerweise werden sie ja am Nordpol von der Tourneeplanung eines jeden besseren Rock-Acts ausgeschlossen. Zum dank haben sie mir jeden Tag zwei Mal einen Fisch herausgeprasselt, oder einen Seehund. Schmeckt gar nicht so schlecht, so ein Seehund, ein bisschen wie Pferdeleberkäse. Und trinken tun sie nur selbst gebrannten Whisky. Und mit dem musst du aber silvestern, weil das ist ihr einziger Alkohol. Bier haben sie keines, weil es wächst ihnen ja kein Hopfen bei ihren Temperaturen. Du kannst also nicht einmal umschwenken, wenn du dir denkst, du brauchst jetzt einmal ein Pauserl zum Erhaltung einer gewissen Restnüchternheit. Ist aber nicht so schlimm, weil die Kieberer dürfen dich rein gesetzlich auf dem Hundeschlitten eh nicht aufhalten, von dem her gehts.

Ja, 2007, was wird es bringen? Ich selber habe ja in mein Horoskop hineingeschrieben - nach Absprache mit den Sternen selber natürlich - dass 2007 mein Glücksjahr wird, und von dem gehe ich jetzt auch aus. Gleich im März möchte ich mir einen alten Kindheitstraum erfüllen und das Wiener Chelsea an zwei Tagen hintereinander ausverkaufen. Und danach mache ich mich einmal ernsthaft auf die Suche nach einer Lebenspartnerin - mit der Venus im dritten Haus sollte das auch hinhauen - weil jetzt wird es mir langsam recht. Weil das war schon ein bisschen ein Schas am Nordpol. Da ist es eh schon so kalt und dann kannst du dich nicht einmal zu wem hinkuscheln. Und dabei wäre ja euer Fred an und für sich der größte Kuschelbär und Schmuserant überhaupt. Wenn der alleine in seinem Betterl liegt, dann ist das schon eine Verschwendung auch.

 

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