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Das Austrofred-Tagebuch

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28.01.08, 20.13 Uhr

Vermischtes: Gerade komme ich zurück von meiner DoppelDVD-Präsentationstour zurück, wo ich in Wien, Graz, Klagenfurt und Linz war, und ich muss sagen, es war ein extremer Hammer. Volle Häuser überall, insbesondere in Graz, wo allerdings die Veranstalter aus einem mir nicht ganz einsehbaren Grund auf den Eintritt verzichtet haben. Gut, mich geht das nichts an und es ist mir auch egal - weil ich habe eine ganz gute Fixgage ausgemacht gehabt - aber sehr klug kann ich das von Veranstalterseite nicht finden, weil du kannst für einen Fred locker 16 Euros verlangen, wie es das Radiokulturhaus in Wien ganz richtig vorgemacht hat, und die Leute kommen immer noch in Massen. Offensichtlich gibt es in puncto wirtschaftlicher Hausverstand ein starkes Nord-Süd-Gefälle nach Graz hinunter.

Weiterbildung: Ich bin ja bekannterweise immer ganz vorne dabei, wenn es um die Förderung junger musikalischer Talente geht, und gebe auch gerne hilfreiche Tipps und Ratschläge. Von dem war ich fast ein bisschen geschockt, wie mir der Mitter Klaus erzählt hat, dass er beim Konzert von einer Nachwuchs-Metalband war, wo sich der Bassist nach der dritten Nummer sein Leiberl ausgezogen hat, wogegen an und für sich auch nichts einzuwenden ist. Allerdings dürfte es in der Location ein bisschen gezogen haben, von dem her hat er es sich bei der fünften Nummer wieder angezogen.
So etwas, liebe Leute, geht halt leider gar nicht. Wer A sagt, der muss auch B sagen, das gilt in der Rockmusik genauso wie überall sonst. Es ist kein Haxenbruch, wenn wer so gschamig ist, dass er sich nur ungern vor Publikum auszieht - auch wenn ich das persönlich eine schöne Geste des Vertrauens seinen Fans gegenüber finde, weil irgendwie entblößt man sich ja auch ein bisschen, wenn man sich auszieht -, aber das Leiberl wieder anziehen, das geht auf keinen Fall. Merken!
Der Mitter Klaus hat auch gesagt, so etwas Derfäultes hat er noch nie gesehen

Glückwünsche: Aus gegebenem Anlass möchte ich meiner Nachbarin Frau Habbel zu ihrer bestandenen Diplomprüfung gratulieren, wo sie mit einem römischen Einser brilliert hat, was extrem beachtlich ist, weil sie ist schon über achtzig und hat nur studiert, weil sie sich ihre magere Pension mit einem Seniorenstipendium aufbessern wollte. Dass sie jetzt so eine gute Note hat, wundert das ganze Haus, weil in Wirklichkeit sieht sie schon so schlecht, dass ihr ihr Neffe - der fesche Franzi, wie ihn alle nennen - ihre Lernunterlagen vorlesen hat müssen. Welches Fach sie studiert hat, weiß ich jetzt gar nicht, irgendetwas Soziales, glaube ich.

Suchen und Finden: Der kleine Sebastian sucht seine Mama, er wartet bei uns im Kompetenzzentrum im zwölften Wiener Gemeindebezirk auf sie. Wir haben Montag bis Freitag von 8 - 17 Uhr geöffnet.

13.01.08, 11.01 Uhr

Gestern hat der Ringo Starr in Liverpool die Kulturhauptstadt eröffnet, wo natürlich auf der ganzen Welt die Leute sagen, wau he. Auch der Paul McCartney wird demnächst einen Gig spielen und der Echo und die Bunnymen, wers kennt. Ja, das ist schon geil, wenn eine Stadt so viele berühmte Popmusiker hervorgebracht hat, weil dann kann sie als Kulturhauptstadt ordentlich auftrumpfen. Von dem her bin ich gespannt, was sie sich nächstes Jahr diesbezüglich in Linz einfallen lassen. Außer einer Eela Craig-Reunion fällt mir da nichts ein.
Ich selber täte ja gerne aushelfen, aber in Linz selber habe ich nie gewohnt, immer nur im Umfeld, so dass die Verantwortlichen nicht argumentieren können, Austrofred, du bist eh ein Linzer, du musst uns da aus einem Lokalpatriotismus gratis herausreissen, sondern wenn sie etwas wollen, dann kostet das die volle Stange.
Der Hubert von Goisern hat das auch so gemacht und jetzt zahlen sie ihm eine jahrelange Schiffsfahrt mit Kost und Logis frei und einer ordentlichen Gage. Der einzige Haken ist, dass das Schinakel von Red Bull gesponsert wird, jetzt gibt es
nichts anderes zum Trinken. Das ist extrem natürlich deppert für den Hubert, weil erstens hat er schon ein bisschen einen Blähbauch mittlerweile, und zweitens täte er sich gern einmal solchen Spezln wie den Dalai Lama einladen auf sein Schiff, aber du kannst dem Dalai Lama ja nicht nur ein Red Bull anbieten, da zeigt er dir ja den Vogel.

05.01.08, 15.09 Uhr

Die Barbara Karlich war für mich schon immer so etwas wie eine Mutterfigur, d.h. sie zeichnet sich durch ein sehr gebärfreudiges Gestell aus. Umso schöner, dass sie jetzt wirklich ein noch namenloses Leben geboren hat, und zwar ein Mädchen - Gratulationen an dieser Stelle vom gesamten Austrofred-Team!
Oft stellt man sich ja die Frage, ob die Kinder von Prominenten und Künstlern auch deren Genie in den Genen miterben. Würde ein etwaiger (legitimer) Spross von mir selber beispielsweise auch sechs Oktaven dersingen oder zumindest irgendwie erreichen? Wird uns die kleine namenlose Karlich in dreißig Jahren auch im Fersehkastl erfreuen? Oder wird sie in der Pubertät aufbegehren und sagen, ich möchte etwas ganz anderes tun als die Mama, ich möchte etwas Sinnvolles machen?
Die Beispiele aus der Showbranche sind vielfältig: Super hingehaut hat es beispielsweise beim Kirk Douglas und seinem Buben Michael, beziehungsweise genauso beeindruckend beim Paul Löwinger und der Sissy. Sehr bemüht sind auch die Buben vom John Lennon. Manchmal erben die Kinder auch das Talent, aber nicht die Begeisterung für einen Sache: Der Bub vom Louis de Funes zum Beispiel hat ein einigen Filmen von seinem Vater super mitgespielt, aber dann hat er gesagt, nein, das taugt mir doch nicht so, ich werde lieber Pilot bei der Lauda Air. Und der Bub vom Fendrich ist beim Starmania ziemlich gach hinausgevotet worden, dann hat er vom Papa geschimpft gekriegt, dass er es sich mit dem Votevolk vertan hat, weil er mit dem Porsche auf den Küniglberg zu den Aufzeichnungen hinaufgefahren ist, und dann hat er im News gesagt, mit dem Papa möchte er eh kein Duett singen, weil das ist ein Schlagerfuzzi und er selber ist ein Punk. Ja, auch dieser Prominentenspross hat etwas geerbt, aber eher nicht unbedingt zwangsweise das Talent. Aber leicht hat man es eh nicht als Künstlerkind.
Traurig sind diesbezüglich wieder einmal die Meldungen die wir von den Amis herüberkriegen, wo sie der Britney Spears gerade die Kinder entzogen haben, weil es ihr - ich sage es vereinfacht - die Kette ausgehängt hat. Ja, das ist ein tragisches Schicksal, wie es sich allerdings im Burgenland bei der Barbara Karlich kaum wiederholen wird, weil nach meinem Gespür nach wird sie eine super Mutti.

 

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